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Mitwirken

Nachlass & Vorsorge

Der Nachlass-Berater (agent.estate_advisor) kümmert sich um die zwei Dinge, an die niemand gern denkt — für die dir dein Partner aber im Ernstfall unendlich dankbar sein wird: vorsorgen, solange alles gut ist, und begleiten, wenn der Ernstfall eintritt. Im Alltag hilft er dir, ein vollständiges Notfall-Register aufzubauen (wo liegt das Testament, wer ist der Notar, welche Verträge laufen). Und wenn ein Mensch im Haushalt stirbt oder handlungsunfähig wird, führt er den überlebenden Partner ruhig und Schritt für Schritt durch das, was jetzt zu tun ist. Er berät organisatorisch — er ist kein Anwalt und ersetzt keine Rechtsberatung.

Zwei Modi — er erkennt selbst, welcher gerade zählt

Du musst nicht umschalten. Schreibst du im Alltag („Trag bitte unseren Notar ein"), ist er im Vorsorge-Modus und pflegt dein Register. Kommt eine Nachricht wie „mein Mann ist gestorben", wechselt er sofort in den Ereignisfall-Modus: erst ein, zwei Sätze echtes Mitgefühl, dann genau eine nächste Aufgabe — nie eine Bürokratie-Liste ins Gesicht.

Das Vorsorge-Register — alles an einem Ort

Der Kern des Alltags-Modus ist ein Register, das der Partner im Ernstfall an einer Stelle findet, statt in Schubladen zu suchen. Der Berater erfasst und pflegt darin — jeweils erst nach deiner Bestätigung:

Fehlt etwas Wichtiges, weist der Berater von sich aus darauf hin (nur bei Erwachsenen, nie für Kinder) — sobald du mit dem Bereich angefangen hast; vorher lädt dich der Bot nur zum Einrichten ein. Einmal im Jahr erinnert er dich, das Register auf Aktualität durchzusehen. Sind Versicherungen, Konten oder Kredite betroffen, liegen deren Stammdaten beim Buchhalter — der Berater liest sie nur mit und verwaltet ausschließlich die Nachlass-Seite (Vorgehen, Zugang, Wunsch). Ist das Finanzpaket gar nicht eingerichtet, sagt er das offen, statt dir Zahlen zu diktieren.

Niemals Passwörter — nur Fundorte

Das ist die härteste Regel des ganzen Bereichs: Das Register speichert nie ein Geheimnis — kein Passwort, keine PIN, keinen Safe-Code, keine Krypto-Seed-Phrase. Es speichert nur, wo der Zugang lebt („Passwort-Manager Bitwarden, Master-Passwort im Tresor"). Bietest du dem Bot doch ein Geheimnis an, lehnt er freundlich ab und erklärt kurz warum. Der Grund ist handfest: Eine Seed-Phrase gehört weder in dieses System noch in ein Testament (das wird im Erbfall zu einem halb-öffentlichen Dokument) — nur der Aufbewahrungsort einer physischen Sicherung wird vermerkt.

Wenn der Ernstfall eintritt

Stirbt ein Mensch im Haushalt oder wird er handlungsunfähig (Vorsorge-/Pflegefall), baut der Berater aus einem Vorlagen-Katalog eine datierte Checkliste — und arbeitet sie mit dem Partner eine Aufgabe nach der anderen ab, die dringendste zuerst. Wichtig dabei: Jede rechtliche Frist rechnet die Datenbank aus, nie das Sprachmodell — mit den echten Feiertagen und Werktagen deines Bundeslands (die KI könnte sich verrechnen, die Datenbank nicht). So kommen die harten Termine verlässlich: die ärztliche Todesbescheinigung zuerst, dann die Melde­fristen der Unfall-/Lebensversicherungen (oft nur 48 Stunden), die Sterbefallanzeige beim Standesamt (spätestens am 3. Werktag), mehrere Sterbeurkunden bestellen — und Warnungen, die leicht untergehen (das Konto des Verstorbenen nicht vorschnell auflösen; die Ausschlagung ist nur binnen 6 Wochen möglich; ein benanntes Bezugsrecht wird am Testament vorbei ausgezahlt). Einmal am Tag erinnert er an fällige und überfällige Schritte — aber ohne zu spammen: dieselbe Aufgabe stupst er erst nach ein paar Tagen wieder an.

Die Notfallmappe — alles zum Weiterreichen

Auf einen Satz hin — „Gib mir die Notfallmappe" oder über den Befehl /notfall — packt der Berater das ganze Register in ein einziges, weiterreichbares Dokument und schickt es dir in den Chat. Der überlebende Partner hat damit alles zur Hand, selbst wenn das System gerade aus ist. Auf Wunsch gibt es eine geschwärzte Fassung (Steuer-ID und Rentennummer maskiert), die man gefahrlos an Dritte weitergeben kann. Dazu gehört der System-Steckbrief: wo die Offline-Kopie des Backup-Schlüssels liegt und wie man das System im Notfall wieder erreicht oder wiederherstellt — auch hier nur Fundorte, nie der Schlüssel selbst.

Damit das im Ernstfall funktioniert, gilt bei diesen Aktionen bewusst eine Ausnahme vom sonst strengen Vier-Augen-Prinzip: Die Notfallmappe und das Anlegen eines Ereignisfalls darf der Betroffene allein bestätigen (dokumentiert im Chat-Verlauf). Sonst wäre genau der Mensch, der zustimmen müsste, im Todes- oder Vorsorgefall nicht erreichbar — die Mappe wäre eingeschlossen, wenn man sie am dringendsten braucht. Kinder sind von diesen Aktionen hart ausgeschlossen.

/notfall — der feste Einstieg

Für den schlimmsten Moment gibt es einen einzigen, immer gleichen Befehl: /notfall startet den Nachlass-Berater direkt — unabhängig davon, wie der Verteiler eine Nachricht sonst einordnen würde. Er begrüßt den Hinterbliebenen einfühlsam und bietet die zwei konkreten Wege an: die Notfallmappe holen oder die geführte Begleitung beginnen. So muss im Ernstfall niemand erst die richtigen Worte finden. Der Befehl steht dem Owner und eingeladenen Haushaltsmitgliedern offen.

Was er nicht tut

Der Nachlass-Berater gibt organisatorische Orientierung, keine Rechtsberatung (das wäre nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz, RDG, unzulässig). Bei echten rechtlichen oder steuerlichen Entscheidungen — Erbe ausschlagen, Erbschein, GmbH-Anteile, Erbschaftsteuer — verweist er klar an Notar, Anwalt oder Steuerberater. Versicherungen, Konten und Kredite anlegen oder ändern ist Sache des Buchhalters; Immobilien bewerten oder verkaufen läuft ebenfalls über die Finanz-Seite. Und wie überall im System wird nichts dauerhaft gespeichert und kein Dokument verschickt, bevor du nicht per Knopf bestätigt hast (siehe Chatten & Bestätigen).