Datenschutz & Sicherheit
Deine Finanz-, Karriere- und Vorsorgedaten sind sensibel. Diese Seite erklärt, wo sie liegen, wann sie das Haus verlassen und welche Sicherungen eingebaut sind — ohne Technik-Vorwissen verständlich.
Alles läuft bei dir zuhause
Der ganze Assistent läuft auf einer eigenen, selbst betriebenen kleinen Servermaschine (self-hosted n8n auf einer Debian-VM im eigenen Netzwerk) mit einer eigenen Datenbank (PostgreSQL). Es gibt keinen fremden Cloud-Dienst, der deine Daten dauerhaft speichert. Nach außen ist die Maschine bewusst eng abgeriegelt: ein vorgeschalteter Web-Türsteher (dein Reverse Proxy, z. B. Caddy) lässt ausschließlich die Telegram-Nachrichtenwege durch — jeder andere Zugriffsversuch, etwa auf die Verwaltungsoberfläche, wird abgewiesen.
Nach draußen geht nur, was für eine Antwort nötig ist
Damit ein Agent überhaupt „denken" kann, schickt er deine Anfrage an ein Sprachmodell (Claude von Anthropic; nur Sprachnachrichten wandelt Googles Gemini in Text um) — das ist technisch unvermeidbar. Das passiert aber gezielt und nur für die eine Anfrage, die du gerade stellst, nicht als Hintergrund-Abgleich oder Dauerübertragung. Alles andere — deine gespeicherten Kontostände, Verläufe, Dokumente — bleibt in der eigenen Datenbank.
Auf dem Weg zu Anthropic gibt es einen kleinen Zwischenschritt auf deinem eigenen Server: Er markiert den immer gleichen Anfang jeder Anfrage (Anweisungen und Werkzeug-Beschreibungen des Agenten), damit Anthropic ihn zwischenspeichert und nicht jedes Mal voll berechnet (Prompt-Caching — spart den Großteil der Kosten). Dieser Zwischenschritt reicht deine Anfrage nur weiter; er notiert nur Zahlen: wie viel Text verarbeitet wurde und welcher Assistent die Anfrage geschickt hat, nie was darin stand. Diese Zahlen legt er für 62 Tage in einer Datei auf deinem Server ab, und /costs übernimmt sie in deine Datenbank (dort 13 Monate) — daraus entsteht die Kostenübersicht. Damit der Zwischenspeicher bei Anthropic nicht nach einer Stunde verfällt, behält er den immer gleichen Anfang (Anweisungen und Werkzeug-Beschreibungen, nie deine Gespräche) bis zu 24 Stunden nach der letzten Nutzung im Arbeitsspeicher und schickt ihn stündlich kurz an Anthropic. Abschalten: LLM_GATEWAY_KEEPALIVE_HOURS=0 in /etc/lifeagents/core.env, dann lifeagents update. Deine Daten gehen dadurch an niemanden zusätzlich.
Dokumente und Lebensläufe: nur über den bezahlten Tarif
Fotos von Kontoauszügen, hochgeladene Dokumente, deine Paperless-Dokumente und Lebensläufe sind besonders sensibel. Für deren Auswertung wird ausschließlich ein bezahlter Zugang verwendet (die Anthropic-Schnittstelle für alle Agenten — Belege, Lebensläufe, Dokumenten-Assistent und Gedächtnis-Vorschläge —, der kostenpflichtige Google-Gemini-Zugang nur für Sprachnachrichten), nie eine kostenlose Variante. Der Grund: Die Anbieter sichern für den bezahlten Zugang vertraglich zu, die eingereichten Daten nicht zum Trainieren ihrer Modelle zu verwenden — bei Gratis-Varianten gilt diese Zusage nicht. Eine Ausnahme liegt außerhalb dieses Systems: Fragen an die KI in Paperless (siehe Dokumente) nutzen den Anbieter, den du in Paperless selbst eingestellt hast.
Paperless-Dokumente darf außerdem nur ein erwachsenes Haushaltsmitglied abfragen; was der Bot dort überhaupt sieht, bestimmen die Rechte des Paperless-Nutzers, mit dem er liest.
Bestätigungsstufen im Haushalt
Jede Änderung an deinen Daten — eine neue Buchung, ein geändertes Konto, ein gelöschter Eintrag — muss erst per Knopfdruck (Inline-Button in Telegram) bestätigt werden, bevor sie wirklich gespeichert wird (Bestätigungs-Gate). Bei mehreren Haushaltsmitgliedern gibt es dabei drei Stufen, abgestuft nach Risiko:
- Nur der Owner darf es überhaupt anstoßen (z. B. Berater-Pläne ändern) — andere Mitglieder werden hart blockiert.
- Vier-Augen-Prinzip: ein Mitglied stößt es an, der Owner muss zusätzlich zustimmen (z. B. ein Konto ändern oder löschen).
- Owner wird informiert: ein Mitglied bestätigt selbst, der Owner bekommt nur eine Nachricht (z. B. eine neue Buchung anlegen).
Erika: Bitte lösch das Konto "Tagesgeld".
Bot: Konto löschen – bitte prüfen:
• Konto: Tagesgeld
[Bestätigen] [Abbrechen]
(Erika bestätigt → geht zusätzlich an den Owner zur Freigabe)
Wichtig: Eine einfache Textantwort erreicht eine wartende Bestätigung nicht — erst abbrechen, dann neu und klarer formulieren (mehr dazu auf Chatten & Bestätigen).
Wer darf welche Knöpfe drücken?
Auch die Karten, die der Assistent von sich aus schickt, haben Knöpfe: Job-Vorschläge des Karriere-Coachs mit 👍/👎, im Ernstfall die Aufgaben-Erinnerungen des Nachlass-Beraters mit „Erledigt/Entfällt". Diese Knöpfe an den eigenen Karten darf jedes eingeladene Haushaltsmitglied selbst bedienen — die Job-Bewertung nur an der eigenen Karte, eine Notfall-Aufgabe jeder Erwachsene im Haushalt (damit der überlebende Partner im Ernstfall nicht blockiert ist; ein Kind ist von diesen Erwachsenen-Aktionen ausgeschlossen). Die Verwaltungsknöpfe des Owners dagegen — Einladungen bestätigen oder ablehnen, jemanden sperren, die Erinnerungs-Automatik an- und ausschalten — bleiben allein beim Owner und sind für Mitglieder gar nicht erreichbar. Wer getippt hat, ermittelt das System dabei immer selbst neu; es verlässt sich nie auf eine mitgeschickte Angabe — so kann niemand einen fremden Knopf in fremdem Namen auslösen.
Alles oder nichts beim Speichern
Jede Änderung läuft als eine einzige, unteilbare Datenbank-Operation (atomare Transaktion): entweder werden alle zugehörigen Schritte einer Buchung gespeichert, oder keiner. Ein halb geschriebener, kaputter Zustand ist damit ausgeschlossen — etwa bei einem Abbruch mittendrin.
Backups sind doppelt verschlüsselt
Ein Datenbank-Backup lässt sich nur mit einem Schlüssel öffnen, der ausschließlich in der eigenen Datenbank liegt (nie im Chat, nie im Code) und verschlüsselt das Backup mit einem etablierten Standardverfahren (GPG, AES256). Ein Wiederherstellen prüft vorher, welche Pakete/Tabellen überschrieben würden, und verlangt eine explizite Bestätigung, bevor irgendetwas gelöscht wird.
Nur bekannte Personen kommen durch
Der Bot reagiert nicht auf jeden, der ihm schreibt. Nur Telegram-Konten, die zuvor per Einladungscode mit dem Haushalt verknüpft wurden (gepairt), erreichen die Agenten überhaupt. Schreibt jemand Unbekanntes, bekommt ausschließlich der Owner eine Benachrichtigung — die Nachricht selbst geht nirgendwo weiter.
Eine Sicherheitslücke gefunden?
Melde sie bitte nicht öffentlich, sondern über den privaten Meldeweg, der in der Datei SECURITY.md im Projekt-Repository (auf Englisch) beschrieben ist — dort steht auch, welche Bereiche besonders sicherheitsrelevant sind.